Wenn die Teamuhr tickt

Klarheit

Projektleiter und Führungskräfte sollten einen überdimensionalen Wecker auf dem Nachtschrank haben. Am besten so einen fancy Projektionswecker, der jeden Morgen die Teamuhr von Bruce W. Tuckman erinnernd unter die Schlafzimmerdecke wirft. 

Wir wurden damit in der Coaching-Ausbildung auf jeden Fall ordentlich wachgerüttelt. Flipchart, viergeteilter Kreis – mehr brauchte der Trainer nicht, um uns zu erklären, wie ein Team tickt und warum es manchmal sogar austickt. Wird ein Team zusammengestellt, läuft die Uhr. Sie gilt nach eigenen Erfahrungen für Projektteams, Abteilungen, Semesterkurse oder Workshops. Mit etwas Phantasie sind die Phasen gar im Verlauf von Familienfeiern oder in Beziehungen zu beobachten:

Forming (Testphase)
Teammitglieder beschnuppern sich und die Aufgabe. Alle sind vorsichtig, höflich und zurückhaltend. Richtig produktiv ist es noch nicht. Es wird die Lage getestet. Kennt sich das Team, geht die Phase schneller vorüber.

Storming (Kampfphase)
Kommt sich das Team näher und rückt die Aufgabe in den Fokus, können sich Grüppchen, unterschwellige Konflikte oder Spannungen zeigen. Die erste Motivation verfliegt, die Aufgabe wird in seiner Komplexität wahrgenommen, Probleme stehen im Vordergrund. Nicht selten knallt es in der Phase ordentlich, auch auf der persönlichen Ebene.

Norming (Organisationsphase)
Nach dem reinigenden Gewitter, bekommt die Aufgabe eine echte Chance. Das Team beginnt sich zu organisieren, verteilt Rollen und Aufgaben. Diskussionen werden konstruktiv, auch wenn noch nicht alles perfekt läuft.

Performing (Hochleistungsphase)
Die erarbeitete Kultur zahlt sich aus: Das Team ist produktiv und arbeitet zielstrebig. Wertschätzung, Respekt und gegenseitige Unterstützung prägen das Miteinander. Der perfekte Nährboden für Top-Ergebnisse.

Die Phasen sind von unterschiedlicher Dauer. Mal geht es blitzschnell, mal zieht es sich wochenlang hin. Verändert sich ein Team, geht das ganze Spiel von vorne los. Weiter gibt es keine Garantie, dass überhaupt alle Phasen erreicht werden. Manche Teams verharren ewig in einer. In anderen Darstellungen wird deshalb auch die Adjourning-Phase (Auflösung) ergänzt, die das geplante oder ungewollte Ende durch den Projektleiter meint.

Warum ist das alles so wichtig zu wissen? 
Ganz persönlich: Es entspannt mich ungemein, grob zu wissen was kommt. Nahkampfphasen überraschen mich nicht mehr. Ich weiß: da gehen wir durch und müssen sehen, dass wir die nächste Phase einläuten. Unsere ganze Agentur, eine Case-Study-Projektgruppe an der Hochschule oder die Teilnehmer eines Markenworkshops in diesem Gedanken auf dem Weg zu Ergebnissen zu begleiten, ist damit wirklich jeden Tag etwas einfacher.

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