Einen Tag lang alle Leitungen gekappt

Herzblut

Machmal ist es einfach Zeit für Veränderung. Wir nahmen uns diese Zeit, verschlossen die Pforten für einen Tag und haben kreativ, produktiv und innovativ an vielen Themen gearbeitet, die im Arbeitsalltag nur zu oft untergehen. Aber lest selbst!

 

Teil 1

Wer kennt ihn nicht, diesen Arbeitsalltag? Zwischen ständig neuen Themen, vorgegebenen Timings und Meetings oder den Anliegen der Kunden bleibt so manches an kreativen Überlegungen und Ideen, die den Alltag vereinfachen würden, nur zu oft auf der Strecke. Da war doch mal dieser rasche Ideenfunke, die Ordnerstruktur zu ändern. Da war doch mal der Geistesblitz, den Prozess mit der Grafik zu optimieren. Da war doch mal der Fall, dass die Kommunikation mit dem Zulieferer verbessert werden sollte. Da war doch mal … Letztlich kann immer irgendetwas noch mal überdacht werden!
Die meisten dieser Erinnerungen kommen häufig nur noch als Fragmente in die vorderen Bereiche des Gedächtnisses zurück. Zu allem Übel stellt man dann allerdings fest, dass jetzt ganz eindeutig nicht der richtige Zeitpunkt ist, sich damit zu beschäftigen, also aufschieben und weitermachen. „Wenn ich mal Zeit habe, dann setze ich mich damit auseinander, ganz sicher!“ Man vertröstet sich selbst. Es werden viele Themen aufgeschoben, und den wirklich richtigen Moment, all die To-dos in produktive Taten umzusetzen, gibt es im bereits erwähnten Arbeitsalltag dann letztlich doch nicht.
Was können wir nun also unternehmen, damit die Unternehmung vom Ideenreichtum aller Beteiligten auch wirklich profitiert? Was tun, damit Ideen nicht nur Geisteskonstrukte bleiben, sondern handfeste Konzepte werden? Die Antwort ist leicht: einfach machen. Wir nehmen uns die Zeit und kappen für einen Tag alle Leitungen von der Agentur zur Außenwelt. Die Kunden darauf vorbereiten, das eigene Team sowieso. Was spricht also dagegen, sich in seine eigenen Wände zu verkriechen und an lange geplanten Vorhaben herumzudoktern?

An einem sonnigen Freitag im Oktober war es dann bei uns so weit. Wir haben es gewagt und einen Tag lang der Außenwelt zu verstehen gegeben, dass sie heute nicht mit uns rechnen darf. Bereits die gesamte Woche wurden intern Themen an einem Board gesammelt. Jeder im Team schrieb die Themen auf, die er realistisch an einem Tag ins Rollen bringen kann. Es geht schließlich um Bewegung, um Veränderung, um Fortschritt, um Weiterentwicklung.

 

Innovation Day

Der Bürotag startete um 9 Uhr mit einem gemeinsamen Croissant-Frühstück im Team-Raum. War ich beim Lesen der Ankündigungsmail zu diesem Event tatsächlich noch mit der Frage beschäftigt, ob es wirklich Croissants geben würde, gab es am Essenstisch dann schließlich die Gewissheit. Gott sei Dank – Croissants mit Marmelade. Hierzu ein kleiner Funfact am Rande: Das Croissant kommt gar nicht aus Frankreich, sondern wurde durch die türkische Belagerung Wiens im Jahr 1683 zu einer österreichischen Erfindung. Zurück zum Thema: Das Projekt begann also mit guter Laune! Die gesamte Runde war motiviert und hatte hohe Erwartungen an die bevorstehenden Aufgaben. Nachdem jeder seine Ziele grob vorgestellt hatte, ging es dann endlich los.

Einige verkrochen sich mit ihren Arbeitsgruppen, andere zogen sich als Einzelkämpfer zurück, aus manchen Räumen schallte Musik, und konzentriertes Murmeln wiederum erfüllte den Flur. Es war eine fast schon verwirrende Kulisse – vor verschlossenen Türen in einem sonst so offenen Büro. Wir gaben uns alle wirklich die größte Mühe, dem Anspruch eines innovativen, kreativen und produktiven Tages gerecht zu werden. Ganz ohne irgendwelche „gepimpten Coworking-Thinktank-Accelerator-Berlin-Chichi-Butzen“ zu mieten – ganz simpel und einfach hier bei uns, im zweiten Stock direkt an der Landstraße 101 Richtung Wermelskirchen.

Die Zeit bis zum gemeinsamen Pizza-Lunch-Break verflog nur so, als man sich gegen 12:30 Uhr wieder in geselliger Runde am Essenstisch versammelte. Die Köpfe arbeiteten auf Hochtouren. Nicht im Ansatz wurde daran gedacht, die glühenden Gehirne herunterzukühlen. Nein, im Gegenteil: eher schnelle Snacks und den Work-on-Modus, in dem sich ausnahmslos jeder im Team befand, bloß halten. So kam es, dass die Pause eher einem kurzen Boxenstopp mit Zwischenfazit als einem entspannten Zur-Ruhe-Finden ähnelte. Auch der zweite Teil des Tages wurde von allen hoch fokussiert und konzentriert genutzt.

Um 16 Uhr war die Arbeitsphase dann offiziell beendet. Bei einem erfrischenden Bier wurden die heiß gelaufenen Gehirne langsam heruntergekühlt und die Ergebnisse eines jeden kurz und knackig dem Rest des Teams vorgestellt – schließlich sollte jeder davon überzeugt werden, dass dieser Tag auch wirklich innovativ gewesen ist.

Das Fazit zum Innovation Day ist definitiv eindeutig und sollte, so die übereinstimmende Meinung des Teams, mit ein paar O-Tönen verstärkt werden: „Alles in allem ein fetter ‚Daumen hoch‘ für den #InnovationDay.“  „Auf jeden Fall wiederholungsbedürftig!“ Wir empfehlen ihn dringend zur Nachahmung und werden auch weiterhin versuchen, in regelmäßigen Abständen den Mut zu haben, die Leitungen zur Außenwelt für einen Tag zu trennen. Denn auch das Feedback unserer Kunden und Partner war zusammengefasst ausschließlich positiv, und mal ganz ehrlich: Am Ende profitieren alle davon.

Wir zum Beispiel haben vieles optimieren und Neues entwickeln  können:

  • unsere Qualitätssicherung in der Grafik
  • neue Prozessmanagement-Tools in der Produktion
  • konkrete Vorstellung von einer neuen Agentursoftware
  • neue Ordnerstrukturen auf dem Server
  • komplettes Überdenken des Eigenmarketings
  • Online-Dashboards zur Themen- und Ideensammlung
  • Briefing-Paper zur problemloseren Projektabwicklung
  • … und vieles, vieles mehr

Seid gespannt, wie viel davon nach außen dringen wird – für uns intern war es jetzt schon ein voller Erfolg.


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